Anton Kastner, 2. Vorstand

"Es ist mir ein Anliegen, tatsächlich effektive Entwicklungszusammenarbeit zu leisten."

Seit Winter 2016 studiere ich Soziale Arbeit in Freiburg. Nach meinem "weltwärts"-Freiwilligendienst mit dem Bolivianischen Kinderhilfswerk (BKHW) in Santa Cruz (Bolivien) habe ich den Verein Sonrisa e.V. gegründet.

Hauptaufgabe während meines Jahres im Heim "Maria Inmaculada" war es, Cellounterricht zu geben. Zusätzlich habe ich zeitweise den Chor übernommen, kleinere Veranstaltungen begleitet und nachmittags den Mädchen beispielsweise bei den Hausaufgaben geholfen. Durch meinen Aufenthalt vor Ort konnte das Heim eine offizielle Projektstelle für neue deutsche Freiwillige des BKHW werden.

Viel wird darüber diskutiert, inwiefern der entwicklungspolitische Freiwilligendienst "weltwärts" den Ländern des Globalen Südens von Nutzen ist. Tatsächlich bin ich der Überzeugung, dass das FSJ am meisten Nutzen für die oft direkt vom Gymnasium kommenden Freiwilligen hat, die Projektstelle aus mehreren Gründen aber auf der Strecke bleibt. Um dem entgegenzuwirken war und ist es mir ein Anliegen, tatsächlich effektive Entwicklungszusammenarbeit zu leisten und das Heim von Deutschland aus zumindest finanziell in seinen Strukturen zu stärken. Durch den ständigen Kontakt nach Bolivien können wir als Verein garantieren, dass das Geld an der richtigen Stelle ankommt und effektiv verwendet wird.

Das Heim leistet gute Arbeit für Mädchen, die viel in ihrem noch jungen Leben durchmachen mussten. Umso bedenklicher ist es, dass das Heim über wenig finanzielle Unterstützung verfügt und deshalb in vielen Dingen Abstriche machen muss. Neben den Grundbedürfnissen, die weitestgehend im Heim abgedeckt werden, ist es meiner Meinung nach wichtig für die Jugendlichen, sich auch in ihrer Freizeit entfalten zu können. Da ich selbst seit vielen Jahren Cello spiele, weiß ich um die schönen Momente und Gefühle, die

Musik auslösen kann. Die Unterstützung des bereits etablierten Musikunterrichts und des Heims als Ganzem gibt den Mädchen das zurück, was sie mir während des Freiwilligendienstes gegeben, gelernt und vermittelt haben.